Wie es funktioniert

Glossar

Was heißt eigentlich...

Basel II, Delkredere, Forfaitierung oder Bilanzwirksamkeit?
Finden Sie alle wichtigen Begriffe rund ums Thema Factoring in unserem Glossar.

Deutscher Factoring Verband E.V.

A  B  C  D  E  F  G  H  I  J  K  L  M  N  O  P  Q  R  S  T  U  V  W  X  Y  Z

A

Asset Backed Securities (ABS)

Bei der Finanzierung durch Asset Backed Securities (ABS) werden Forderungspakete an eine eigens gegründete Fondsgesellschaft verkauft, die durch Ausgabe von Wertpapieren die angekauften Forderungen refinanziert.

Asset Backed Finanzierung

Grundlage dieser Finanzierungen ist der Verkauf von Forderungen aus Außenständen eines Unternehmens. Mit dieser Finanzierungsmethode kann man sowohl die Liquiditätsversorgung als auch die Sicherung der Außenstände gegen Zahlungsausfall erreichen (siehe auch ABS).

Ausfallrisiko

Risiko des teilweisen oder vollständigen Forderungsverlustes wegen der Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers (Debitors). Der Factor übernimmt das Ausfallrisiko zu hundert Prozent regresslos (siehe auch Delkredere).

Außenstände

Unbezahlte Rechnungen, die die Liquidität belasten; betriebswirtschaftlich gesehen totes Kapital, das sich mit Hilfe von Factoring problemlos aktivieren läßt (siehe auch Liquidität).

B

Basel II

Als 'Basel II' bezeichnet man ein zweites Konsultationspapier, das der Basler Ausschuss für Bankenaufsicht im Januar 2001 vorgelegt hat. Dieser Ausschuss setzt sich aus Vertretern der Bankenaufsichtsbehörden der führenden Industrieländer (Zehnergruppe) zusammen. Das Konsultationspapier enthält Empfehlungen für die Neuordnung des Bankensystems in der Welt.

Beteiligungskapital

Eigenkapital oder eigenkapitalähnliche Mittel, die von Beteiligungsgesellschaften in nicht börsennotierte Unternehmen investiert werden (siehe auch Private Equity).

Bonität

Kreditwürdigkeit von Geschäftspartnern; die laufende Bonitätsprüfung der Debitoren gehört zum Service des Factors. Sie ist mitentscheidend für die Höhe des Factoringentgelts.

D

Deutscher Factoring-Verband e.V.

Wirtschaftsverband zur Förderung der geschäftlichen Interessen der führenden Factoringinstitute in Deutschland.

Debitorenbuchhaltung

Kundenbuchhaltung: Überwachung und Buchung der Zahlungseingänge, wird im Rahmen des Factoringvertrages vom Factor übernommen.

Debitorenmanagement

Dazu gehören Debitorenbuchhaltung, regelmäßige Bonitätsprüfung, Mahnwesen und Inkasso. Für das Unternehmen ist das Debitorenmanagement häufig mit erheblichem Zeit- und Personalaufwand verbunden; die Übernahme des Debitorenmanagements gehört zum Serviceangebot des Factors (siehe auch Outsourcing).

Delkredere

Haftung des Factors für teilweisen oder vollständigen Forderungsverlust durch Zahlungsunfähigkeit eines Abnehmers. Die Zahlungsunfähigkeit gilt nach einer festgelegten Frist ohne besonderen Nachweis als eingetreten, wenn der Abnehmer nicht gezahlt und keine Einwände gegen seine Zahlungspflicht erhoben hat.

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E

Eigenkapitalquote

Kennzahl aus der Bilanzanalyse, bei der das Eigenkapital zum Gesamtkapital in Beziehung gesetzt wird.

Export-, Importfactoring

Factoring für grenzüberschreitende Waren- und Dienstleistungsgeschäfte, bei denen Unternehmen (Exporteure, Importeure) die Leistungen eines Factors in Deutschland in Anspruch nehmen. Die Factoringanbieter wickeln Factoring entweder direkt oder unter Einschaltung eines Korrespondenzpartners in den jeweiligen Exportländern ab (siehe auch Internationale Kooperation).

F

Factoring

Unter Factoring versteht man den Kauf von Geldforderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen. Factoring dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung und dem hundertprozentigen Schutz vor Forderungsausfällen; zum Factoring gehört ein effizientes Debitorenmanagement.

Echtes Factoring

Der Factor hat keine Rückgriffsmöglichkeit auf seinen Kunden, d.h. er übernimmt bei Zahlungsunfähigkeit des Debitors das Ausfallrisiko.

Unechtes Factoring

Der Factor hat die Möglichkeit, bei Zahlungsunfähigkeit des Debitors auf den Faktorkunden zurückzugreifen (kein True Sale).

Factoringentgelt

Preis für die Übernahme des Ausfallrisikos und des Debitorenmanagements durch den Factor. Er richtet sich nach Risiko und Arbeitsaufwand (siehe auch Kosten).

Factoringinstitut (Factor)

Anbieter der komplexen Finanzdienstleistung Factoring, zu der neben kurzfristiger Umsatzfinanzierung auch hundertprozentige Absicherung vor Forderungsausfällen und Übernahme des Debitorenmanagements gehören. Die in Deutschland tätigen Factors bieten ihren Kunden neben dem Standard-Factoring, auch Full-Service-Factoring genannt, vielfältige Factoringvarianten, die sich nach dem Bedarf der Kunden richten.

Forfaitierung

Mit Forfaitierung bezeichnet man eine Form der Exportfinanzierung, bei der ein Finanzinstitut (Forfaiteur) mittel- bis längerfristige Exportforderungen ankauft. Der Forfaitierung liegen abstrakte Zahlungsforderungen, z.B. Wechsel- oder Buchforderungen, zugrunde.

G

Geldforderungen

Außenstände aus Warenlieferungen und Dienstleistungen; ohne die Nutzung von Factoring sind sie für den Lieferanten bis zur endgültigen Bezahlung mit einem Ausfallrisiko verbunden. Durch Verkauf seiner Geldforderungen an den Factor erhält der Lieferant sofort Liquidität (siehe auch Nutzen des Factoring).

Gemeinsamer europäischer Markt

Durch den gemeinsamen Europäischen Markt hat sich seit 1993 der Wettbewerb, vor allem für mittelständische Unternehmen, verschärft, ihnen gleichzeitig aber neue Marktchancen eröffnet. Factoring bietet den Unternehmen den Vorteil, den Kunden die im Ausland üblichen längeren Zahlungsziele einräumen zu können und sich gegen hohe Ausfallrisiken abzusichern.

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I

Inkasso

Einzug von Forderungen; im Rahmen des Factoring gehört das Inkasso zum Debitorenmanagement.

Internationales Factoring

Factoring für grenzüberschreitende Waren und Dienstleistungsgeschäfte, wird je nach Sitz des Factorkunden als Export- oder Importfactoring bezeichnet. Das Factoringgeschäft wird entweder auf direktem Wege oder unter Einschaltung eines Korrespondenzpartners in den jeweiligen Ländern abgewickelt.

Insolvenz

Dauernde Unfähigkeit, fällige finanzielle Verpflichtungen zu erfüllen.

Insolvenzordnung

Am 1.1.1999 ist die Insolvenzordnung in Deutschland in Kraft getreten. Sie schränkt die Sicherungsrechte von Banken und Sparkassen für eingeräumte Kredite weiter ein. Wegen der Besonderheiten des Factoringgeschäftes ist die Forderungsfinanzierung durch Factoringinstitute von der neuen Insolvenzordnung nicht betroffen.

Internationale Kooperation

Factoringinstitute wickeln internationales Factoring häufig in Zusammenarbeit mit Korrespondenzpartnern in den jeweiligen Ländern ab. Weltweit operieren zwei internationale Factoringkooperationen: Factors Chain International (FCI) und International Factors Group (IFG). (siehe auch Export-, Importfactoring)

K

Kosten des Factoring

Die Kosten des Factoring setzen sich aus den Zinsen für die Finanzierung der Forderungen und dem Factoringentgelt zusammen. Die Zinsen entsprechen den banküblichen Kontokorrentzinsen, die Laufzeit wird anhand des Zahlungseingangs der ausstehenden Forderungen berechnet. Fallweise kann für die Bonitätsprüfung ein weiterer Kostenfaktor hinzukommen (siehe auch Nutzen des Factoring).

Kreditversicherung

Der Abschluss einer Kreditversicherung dient dazu, sich vor Ausfallrisiken zu schützen. Im Unterschied zum Factor übernimmt die Versicherung das Risiko nicht zu hundert Prozent. Prämien für eine Kreditversicherung können bei der Zusammenarbeit mit einem Factor eingespart werden.

L

Leasing

Leasing dient zur Finanzierung von Fahrzeugen, Maschinen und anderen mobilen Anlagegütern. Die geleasten Gegenstände bleiben im Eigentum der Leasinggeber, während der Leasingnehmer die Gegenstände gegen Zahlung einer regelmäßigen Leasingrate nutzen kann.

Liquidität

Wird vom Factor bereitgestellt; betriebswirtschaftliche Grundbedingung für soliden geschäftlichen Erfolg, häufig durch hohe Außenstände gefährdet (siehe auch Außenstände).

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M

Mahnwesen

Teil des Debitorenmanagements, das bei den meisten Factoringvarianten auf den Factor übertragen wird.

Mezzanine - Finanzierung

Es handelt sich um eine Mischform der Finanzierung aus voll haftenden Eigenmitteln und Fremdfinanzierung durch ein Darlehen, das in der Regel, erstrangig dinglich gesichert ist.

N

Nutzen des Factoring

Verbesserte Liquidität durch Abbau der Außenstände, Einsparungen beim Einkauf durch Skonti und Rabatte, bis zu hundertprozentige Sicherheit vor Zahlungsausfällen, Kostenersparnis für das Debitorenmanagement, laufende Bonitätskontrolle der Debitoren, Wegfall der Kosten für eine Kreditversicherung, zusätzlich Verbesserung der Bilanzstruktur, Verbesserung des Standings bei Banken und Lieferanten.

Offenes Factoring

In Deutschland vorherrschende Form des Factoring, bei der die Debitoren über die künftige Zusammenarbeit mit dem Factor informiert werden.

O

Ottawa-Konvention

Ende 1998 ist die Ottawa-Konvention über internationales Factoring in Deutschland in Kraft getreten. Sie geht mit ihrem Regelungsinhalt weit über das Factoringgeschäft hinaus, da sie die Abtretung von Forderungen im grenzüberschreitenden Waren- und Dienstleistungsverkehr generell vereinheitlicht und vereinfacht und dadurch die Finanzierung des Exports erleichtert.

Outsourcing

Auslagerung einzelner Betriebsfunktionen, Rationalisierungseffekt, Inanspruchnahme spezialisierter Dienstleister; Factoring ermöglicht das Outsourcing des Kosten- und personalintensiven Debitorenmanagements.

P

Private Equity

Es handelt sich um Beteiligungskapital, das durch Unternehmensbeteiligungsgesellschaften als eine Form der Übergangsfinanzierung zur Verfügung gestellt wird.

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R - Z

R

Rabatte

Bringen Kostenersparnis beim Einkauf, lassen sich in der Regel durch Barzahlung erzielen. Vorteilhafte Einkaufskonditionen sind ohne ausreichende Liquidität kaum möglich (siehe auch Nutzen).

Rating

Kreditinstitute erstellen für jedes Unternehmen vor einer Kreditvergabe eine individuelle Bonitätsanalyse, ein sogenanntes Rating. Dabei handelt es sich um eine Kennzahl, die eine Ausfallwahrscheinlichkeit des Unternehmens kennzeichnet.

Risikoübernahme

Wichtige Leistung im Rahmen des Factoring; der Factor übernimmt im Gegensatz zur Warenkreditversicherung das Risiko bis zu hundert Prozent regresslos, er trägt also das volle Ausfallrisiko bei Insolvenz des Abnehmers ohne speziellen Nachweis (siehe auch angenommener Delkrederefall).

S

Service des Factors

Umfasst das gesamte Debitorenmanagement und weitere Teilleistungen, z.B. Informationen über das Zahlungsverhalten der Debitoren.

Sicherheitseinbehalt

Dient dem Factor zum Ausgleich von Rabatten, Skonti oder eventuellen Mängeleinreden durch Debitoren; er beträgt zwischen 10 % und 20 % der gekauften Forderung und wird bei Fälligkeit verrechnet bzw. ausbezahlt (siehe auch Zahlungen).

V

Venture Capital

Unter Finanzierung mit Hilfe von Venture Capital versteht man eine zeitlich begrenzte Beteiligung an Unternehmen durch spezielle Gesellschaften oder durch Fonds, die zu diesem Zweck aufgelegt werden. Venture Capital dient häufig zur Gründungsfinanzierung innovativer Unternehmen oder zur Finanzierung des Forschungs- und Entwicklungsprozesses bis zur Entwicklung von Prototypen.

Zahlungen des Factors

Unter Finanzierung mit Hilfe von Venture Capital versteht man eine zeitlich begrenzte Beteiligung an Unternehmen durch spezielle Gesellschaften oder durch Fonds, die zu diesem Zweck aufgelegt werden. Venture Capital dient häufig zur Gründungsfinanzierung innovativer Unternehmen oder zur Finanzierung des Forschungs- und Entwicklungsprozesses bis zur Entwicklung von Prototypen.

Z

Zahlungsziele

Zahlreiche Unternehmen räumen ihren Kunden großzügige Zahlungsziele ein und schaffen sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil. Für sie eignet sich Factoring besonders.

Zessionskredit

Es handelt sich um einen kurzfristigen Kredit, der durch globale Abtretung offener Forderungen an ein Kreditinstitut gesichert wird. In der Regel beleihen Kreditinstitute aber nur inländische Forderungen.

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